Management von Ackerbrachen

2. August 2018, Soest/Dortmund (KJS Soest/LJV). „Erhalt und Verbesserung der Artenvielfalt“ ist ein wichtiges Anliegen unterschiedlichster Interessengruppen im ländlichen Raum. Problematisch ist, dass gut gemeinte und mit hohem Aufwand gestartete Projekte zu unbefriedigenden Ergebnissen führen. Offene Brachflächen mutieren häufig im zweiten Jahr zu Distelwüsten, aufwändig mit Blühmischungen bestellte Ackerflächen sind bereits im zweiten Anbaujahr fast nur noch mit Gräsern bewachsen.

Was sich ändern muss, wird in einem Gemeinschaftsprojekt von Jägern, Landwirten und amtlichen Naturschutz erprobt. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse des dritten Anbaujahres stimmen positiv und zeigen, dass es Blühmischungen gibt, die mehrjährig ein Blüten- und Wildtierparadies bieten. Der Versuchsstandort kann gern auch ohne Begleitung besichtigt werden, die Parzellen der Versuchsanlage in Rüthen-Meiste (Karte auf Seite 2) sind beschildert.

Die Projektbeschreibung finden Sie bei Google unter Kreisjägerschaft Soest Lebensraumoptimierung oder unter www.kreis-soest.de/ackerbrachen//.

Ergebnisse kurzgefasst:

  • Die grasfreie Blühmischung der Firma Rieger und Hoffmann biete auch im zweiten Anbaujahr noch optimale Strukturen zur Insektenförderung sowie als Winternahrungs-, Brut- und Setzhabitat, die Zulassung der Mischung für den Vertragsnaturschutz wird erwartet.
  • Die offiziell für den Vertragsnaturschutz zugelassene Blühmischung D liefert noch ein befriedigendes Ergebnis, der Gräseranteil nimmt in jedem Jahr zu.
  • Die grasfreie Mischung BASIS 1 der BSV-Saaten liefert optimale Blütenvielfalt auch im dritten Jahr, Die Mischung kostet nur etwa 70€/ha und ist für das Greening zugelassen. Keine Zulassung besteht für Agrarumwelt- und Vertragsnaturschutzmaßnahmen.
  • Die preiswerte, grasfreie Zwischenfruchtmischung der Firma Freudenberger hält zwei Jahre durch, muss aber im dritten Anbaujahr neu eingesät werden.
  • Das Mulchen im Herbst lässt die Flächen vergrasen.
  • Das Mulchen im Februar hat den Blühpflanzen nicht geschadet. Der zweijährige Mulchrhythmus ist sinnvoll, er kann mit Hilfe der Kreisjägerschaft beantragt werden.
  • Die Versuchsfläche wurde im ersten und zweiten Anbaujahr von Rebhühnern angenommen, die gezielte Förderung bedrohter (Wild-) Arten funktioniert.
  • Nur ein professioneller Ackerbau auf einem nicht mit Problempflanzen vorbelasteten Standort führt zum Erfolg. Bereits jetzt sollten Flächen, die 2019 eingesät werden sollen, vorbereitet werden.
  • Die Parzellen mit ausdauernden Mischungen sind frei von Problempflanzen

Anregungen und Rückfragen bitte an: frajo.roeper@web.de oderproartenschutz@lwk.nrw.de

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